
Nachhaltige Wirkung
Die Familien nutzen das Geld zuerst, um akute Not zu lindern, und bauen sich anschließend eigene Einkommensquellen auf. So verbessert sich ihre Lebenssituation langfristig.
Nachhaltige Verwendung des Geldes
Diverse Studien zeigen, dass entgegen der gängigen Stereotypen über arme Menschen Empfänger von bedingungslosen Geldzuwendungen das Bargeld nicht systematisch verschwenden oder missbrauchen. Wissenschaftliche Überprüfungen der Daten zeigen, wenn überhaupt, das Gegenteil: Das Geld wird effizient, weise und nachhaltig eingesetzt [1].
Es führt zu einer Verringerung des Alkohol-, Tabak- oder Drogenkonsums und motiviert Menschen zu arbeiten.
Wirkung in unseren Projekten
In den Projekten Uganda 2024 und Uganda 2025 haben wir alle Familien nach einem Monat erneut besucht, die Familien aus 2024 auch nach einem Jahr. Zuerst sicherten sie ihr Überleben, etwa mit Lebensmitteln, Schulgebühren oder der Reparatur einsturzgefährdeter Häuser. Anschließend investierten sie in kleine Unternehmen, Viehzucht, Handel, Landwirtschaft und Handwerk. Ein Jahr später waren die Fortschritte stabil: Bei den Familien aus 2024 stieg das durchschnittliche Einkommen sogar weiter auf 3,24 US-Dollar pro Tag [2].
Einkommen der Familien
100 %
aller Familien steigerten ihr Einkommen
+275 %
Ø Einkommenssteigerung
43 %
nach einem Monat aus der extremen Armut befreit
0,86 $ → 2,32 $
Ø Einkommen pro Tag, vorher und nach einem Monat
Psychisches Wohlbefinden und Zusammenleben
Die finanziellen Verbesserungen führten auch zu weniger Konflikten im Haushalt, besserer Zusammenarbeit und mehr Bildung für die Kinder.
47 %
höhere Lebenszufriedenheit
29 %
weniger Stress
54 %
geringere Depressivität
26 %
mehr Handlungsorientierung
Ausgewertet in Zusammenarbeit mit der Makerere University (Uganda) und der Maastricht University (Niederlande). Zu unseren Projekten
Was nach Jahren bleibt
Ein Startschuss, der Vermögen schafft
In Norduganda erhielten junge Menschen Zuschüsse von rund 400 US-Dollar, um ein Handwerk aufzubauen. Nach vier Jahren verdienten sie 38 % mehr als die Vergleichsgruppe. Auch nach neun Jahren hatten die Geförderten mehr Vermögen und arbeiteten häufiger in qualifizierten Berufen [3].
Die ganze Region profitiert
Studien aus der Region zeigen: Auch Nachbarn und lokale Geschäfte verzeichneten deutliche Zuwächse. Jeder transferierte Dollar erzeugte rund 2,5 Dollar zusätzliche Wirtschaftsleistung in der Region, bei kaum spürbarer Inflation [4].
Quellen
- [1]
Evans, D. K., & Popova, A. (2017). Cash Transfers and Temptation Goods. Economic Development and Cultural Change, 65(2), 189–221. https://doi.org/10.1086/689575
- [2]
Neuwirth, L. (2025). How do unconditional cash transfers break the poverty trap? Identifying pathways of behavioral, economic, and psychosocial transformations through lived experience in rural Uganda. Unveröffentlicht, Faculty of Psychology and Neuroscience, Maastricht University.
- [3]
Blattman, C., Fiala, N., & Martinez, S. (2020). The Long-Term Impacts of Grants on Poverty: Nine-Year Evidence from Uganda's Youth Opportunities Program. American Economic Review: Insights, 2(3), 287–304. https://doi.org/10.1257/aeri.20190224
- [4]
Egger, D., Haushofer, J., Miguel, E., Niehaus, P., & Walker, M. (2022). General Equilibrium Effects of Cash Transfers: Experimental Evidence from Kenya. Econometrica, 90(6), 2603–2643. https://doi.org/10.3982/ECTA17945
